BATTLE TESTED


von Christiane Mudra

URAUFFÜHRUNG
24. Oktober 2026, 20.00 Uhr 
weitere Vorstellungen:
25. Oktober, 18 Uhr
27.-31. Oktober, 19 Uhr 
1. November, 18 Uhr

in der

MUCCA München

Tickets

Mit battle tested folgt Christiane Mudra der Spur disruptiver Waffenentwicklung – von den Anfängen industrialisierter Kriegsführung bis zur jüngsten Ausweitung: dem digitalen Schlachtfeld.

München ist zum investitionsstärksten Standort der europäischen Defense-Tech-Elite geworden. 2030 soll jeder dritte Euro des Bundeshaushalts in Rüstung fließen. Das Label „battle tested" gilt längst nicht mehr nur auf Rüstungsmessen als Verkaufsargument.

Vier Spielerinnen und eine Tänzerin führen das Publikum in wechselnden Rollen durch eine Zeitreise: Sie protzen, verhandeln, provozieren, wägen ab, sie manipulieren, deeskalieren – und demontieren die Inszenierung von Kriegen und Helden. Es geht um die Faszination von Technologien, um Kriege als Testfeld und die tödlichen Folgen menschlichen Erfindergeistes – um geopolitische Interessen, Rüstungsexporte, Profit, Propaganda, ethische Dilemmata und das Völkerrecht. Und um jene, die am stärksten davon betroffen sind: die Zivilbevölkerung.
battle tested basiert auf Online- und Archivrecherchen sowie Interviews mit Expert*innen und Betroffenen aus Konfliktregionen.

Im Zentrum stehen autonome Waffensysteme:
Entscheidungsprozesse bei deren Einsatz sind kaum berechenbar, der rechtliche Rahmen ist unzureichend geklärt. Doch das digitale Wettrüsten hat längst begonnen.

Wer verwaltet und verantwortet die Risiken?
Was lernt der Mensch aus vergangenen Kriegen?


Der kritische Furor von Christiane Mudra bleibt ungebrochen und wird von ihrem Team engagiert mitgetragen. Toll, dass es dieses manisch investigative Theater in der freien Szene Münchens gibt.
Dass Mudra ihr Ensemble nun komplett weiblich besetzt hat, wirkt angesichts der Gewalt gegenüber Frauen, die in Kriegsberichten dokumentiert ist, sehr schlüssig. Kostümbildnerin Sarah Silbermann hat die Performerinnen in grau-grünliche Mäntel gesteckt, darunter tragen sie Oberteile mit aufgedruckten Brust- und Bauchmuskeln. (...) In seiner Konsequenz wirkt das eindringlich und selbstermächtigend: Die Frauen machen die innere Verrohung (...), machen sich den Duktus der Männer, ihre Körperlichkeit zu eigen. 
Während Edith Konrath, Ivy Lißack, Maja Zeco und Waki auf beeindruckende Weise die Masse an Informationen verbal vermitteln und dabei ihre soldatische Haltung konstant aufrechterhalten, übt sich Jin Lee virtuos in der Kunst der Abstraktion: Sie tanzt den Krieg, zeigt seine physischen Folgen, krümmt sich, windet sich am Boden. (...) Christiane Mudra tut gut daran, auch die Körper sprechen zu lassen, denn dadurch entsteht eine sinnliche Ebene, die sich mit der sprachlichen spannend verbindet. 
Die Performance ist eine Attacke auf die Sinne. (...)
Mudra leistet mit ihrem Ensemble umfassende Aufklärungsarbeit.

Michael Stadler, Abendzeitung, 29.10.26


Christiane Mudra untersucht in München mit ihrem neuen stark recherchierten Theaterstück die tödliche Verbindung von Wirtschaftsunternehmen und Kriegen. (...)
Am stärksten ist das Stück, wenn Verantwortung nicht im großen Ganzen diffundiert, sondern an Personen gebunden wird. Die Familie der Quandts beispielsweise, eng verbunden mit der Familie Goebbels. Günther Quandts AFA-Batteriewerke unterhielten ein eigenes KZ-Außenlager. Sohn Herbert machte BMW groß, eine Firma mit eigener Zwangsarbeitergeschichte. Und die Enkelin, Multimilliardärin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Bayerischen Verdienstordens Susanne Klatten gab zu Protokoll: „Den Respekt und die Liebe zu meinem Vater werde ich nicht verlieren. Niemand kann beurteilen, was es hieß, damals zu leben.“ Millionen Opfer hätten das wohl anders gesehen.

Christian Jooß-Bernau, Süddeutsche Zeitung, 27.10.26

»Battle tested« bringt den Rüstungsstandort Bayern auf die Bühne. Ein neues Theaterstück in München zeigt Aufstieg und Abgründe von Firmen wie Rheinmetall und Helsing und kritisiert die neue Goldgräberstimmung. (..) nennt die Profiteure von damals und heute beim Namen. (...) Die Goldgräberstimmung der Branche und ihrer politischen Förderer, aber auch Leid und Entsetzen über die Folgen des Geschäftsmodells Krieg spiegeln vier Schauspielerinnen und eine Tänzerin in »Battle tested«. Maskulin und militaristisch gestylt treten sie mal kraftstrotzend als Gewinner der »Zeitenwende« auf, mal als gebrochene »Kriegszitterer« und als Sterbende. (...) Originalzitate von Frauen aus der Zivilbevölkerung verschiedener Kriegsgebiete ertönen.

Claudia Wangerin, neues deutschland, 25.10.26

Die Regisseurin verdichtet die hochaktuelle Thematik zu einer streng formalisierten, nuanciert choreografierten Performance, in der das Grauen ästhetisch stilisiert wird. Die ungemein dichte Aufführung ist historische Chronik und erschreckende Zeitgeschichte zugleich. (...)
In einem rasanten Tempo zieht in dieser klugen Text-Collage deutsche Geschichte (…) an uns vorüber. Dabei liegt ein Fokus auf der Verfeinerung der Waffensysteme bis hin zur digitalen Kriegsführung mit KI heute.

Barbara Reitter-Welter, Donaukurier, 26.10.26


Credits

Regie, Recherche und Text: 
Christiane Mudra

Mit Edith Konrath, Jin Lee, Ivy Lißack, Waki und Maja Zećo 

Raum: Julia Kopa
Kostüm: Sarah Silbermann

Video und Grafik: Yavuz Narin 

Recherche: Johannes Gille
Choreografie und Bewegungstraining: Jin Lee
Lichtdesign und technische Leitung: Peer Quednau

Regieassistenz: Sasha Schewelew
Drone Operator: Refik Ramić
Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

PR: Simone Lutz
Social Media: Casey Tower

Eine Produktion von
Christiane Mudra / investigative theater 

gefördert durch die Optionsförderung der Landeshauptstadt München.

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